Geschichten, die das Leben schreibt

Ich bin umgezogen. Zukünftig findet ihr mich hier.

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Ich betrachte das als persönlichen Neuanfang. Es ist viel passiert, ich habe viel erreicht, ich bin wieder ich. Ob das immer so gut ist, ist eine ganz andere Frage, aber ich fühle mich wieder wohl in meiner Haut.

Man denkt sein ganzes Leben man wäre so wie man ist und muss es akzeptieren.

Man denkt, dass es normal ist so wie man ist.

Man fährt zur Kur und denkt man kennt den Grund warum man sich so fühlt.

Und plötzlich ist alles neu. Der Grund wird zum Symptom, das ganze Leben wird auf den Kopf gestellt und neu bewertet, alles ist plötzlich anders und ergibt einen anderen Sinn, die Puzzleteile ergeben ein völlig neues Bild.

Es waren gar nicht viele Kisten auf dem Grund meiner Seele, es war nur eine.

Die Büchse der Pandora ist geöffnet, ab jetzt wird sich alles ändern, und ich habe furchtbare Angst.



Beim Zwarwald findet man regelmäßig tiefsinnige, böse oder einfach nur nachdenklich machende Cartoons.

Beim Mondschlurch dagegen bekommt man wunderschöne Kindergeschichten zu lesen.

Dieses Lied soll auf meiner Beerdigung gespielt werden, und ich hoffe, dass sich in ferner Zukunft mein Musikgeschmack nicht zu drastisch ändert. Das würde mir mehr Angst machen als der Gedanke an meine Beerdigung.

Und nur fürs Protokoll, das soll dann auch laufen.
Ist immerhin beides deutsch, es muss sich also niemand beschweren, weil er den Text nicht versteht.

Die Schlaflosigkeit beherrscht alles. Ich kann mich nicht entspannen, da ich mich anspannen muss, um tagsüber nicht einzunicken, ich kann mich nicht konzentrieren, die Welt ist oft leicht verschwommen, und mir fehlt die Energie für Aktivitäten.
Die Nebenwirkungen der Tabletten haben nachgelassen, aber ich spüre sie noch, besonders nach dem Sport ist es schlimm, dann laufe ich wie auf einer Wolke und bin fast weggetreten. Man sieht auch an meinen Augen, dass ich unter Drogen stehe.
Wenn ich nur wüsste warum ich nicht schlafen kann.
Mittlerweile schlafe ich auch schlecht ein und wache bestimmt ein Dutzend Mal in der Nacht auf.
Es macht mich fertig.
Seit gestern findet eine Schlafdiagnostik statt. Auf meiner Stirn kleben Elektroden, die mit einem Kabel an einem kleinen Gerät verbunden sind, dass meinen Schlaf aufzeichnet bzw. den nicht vorhandenen.
Das Problem ist nur, wenn ich mich bewege, dann gehen die Elektroden ab, und es gibt ein Warnsignal. Die letzte Nacht hätte ich schreien können, weil es ständig gepiept hat.
Angeblich sollen die Teile ganz gut halten, aber scheinbar muss man dazu still liegen.
Ich bewege mich aber sehr viel, wenn ich aufwache und wieder einschlafen will, dann hängt das Kabel im Weg, ich drücke mit der Hand gegen die Stirn, um das Piepen auszuschalten, aber so kann ich nicht schlafen, mir tut alles weh, und es piept schon wieder, weil ich mich umgedreht habe.
Noch zwei Nächte muss ich das durchhalten, dann wird ausgewertet.

Zumindest hoffe ich, dass jetzt nichts mehr schief gegangen ist. Dann wäre dieser Stressfaktor schon mal abgehakt.
Eigentlich läuft alles recht gut, wenn ich nur schlafen könnte.

Therapeuten sind Arschlöcher, aber das sagte ich bereits. Es ist schwer, sich einem wildfremden Menschen so weit zu öffnen, über Ängste zu sprechen, über Probleme, die man mit dem Leben hat.
Aber es stimmt natürlich, wer immer lacht, dem glaubt man nicht, dass er auch weinen kann, man muss sagen, dass man Hilfe braucht, dass es einem nicht gut geht, nur wenn man seine Gefühle rauslässt, kann man sie auch verarbeiten. So ist es auch mit Ängsten. Ständiges vermeiden führt nur zu einem Verlust von Lebensqualität.
Deswegen werde ich mich einer meiner größten Ängste stellen, ich mache den Führerschein, aber ich hole mir Hilfe dafür.  Und ich werde sagen, wenn ich eine Pause brauche, wenn es mir zu schnell geht, ich bestimme das Tempo. Hoffentlich schaffe ich das.

Ich führe mal eine neue Kategorie ein mit Musik, die mir aus den unterschiedlichsten Gründen viel bedeutet.

Ich mag den Wecker als Musiker, er gibt intelligente Sachen von sich.

Wahre Worte.
Kümmert euch endlich um die Kinder, die schon da sind.

Eine Ergänzung zum anderen Video, teilweise wiederholt es sich aber auch.

Ich weiß gar nicht, ob ich lachen oder weinen soll.
Bin ich froh, dass es für mich vorbei ist, aber ich denke mit Grauen daran, dass es in ein paar Jahren wieder aktuell wird.

Letzte Nacht habe ich definitiv wieder schlechter geschlafen, wie es mit den Nebenwirkungen aussieht weiß ich noch nicht zu sagen, aber insgesamt geht es mir besser. Die depressive Phase ist erstmal vorbei, und ich bin gespannt auf die nächste Woche.
Jetzt muss ich nur das Wochenende überstehen. Nachher kommt Besuch, das wird mich schon ablenken.

Den Donnerstag ging es mir richtig schlecht. Ich wollte einfach nur nach Hause und mich verkriechen. Mir war die ganze Zeit schwindelig, ich konnte nicht denken, musste aber einen Test schreiben, mein Kopf dröhnte, und ich war total enttäuscht von allen. Keine Hilfe weit und breit.
Hab mich trotzdem überreden lassen, am Abend ein paar Körbe zu werfen. Ich und Basketball, das konnte ich schon in der Schule nicht. Wider Erwarten wurde es aber doch ganz lustig.
Die Mitpatienten sind wirklich in Ordnung.
Freitagfrüh war Ergo, und ich habe nichts auf die Reihe gebracht, der Staub und der Lärm von den Specksteinleuten, der Geruch von heißem Wachs und Farben, meine Kopfschmerzen wurden immer schlimmer, und letztendlich bin ich gegangen.
Ich musste eh zur Visite, und da wollte ich mich mal so richtig auskotzen, dass es mich stört, dass es nicht voran geht, dass ich kaum Anwendungen habe, dass mich die ständige Müdigkeit völlig fertig macht und ich es nicht mehr aushalte, den ganzen Tag krampfhaft die Augen offen zu halten oder vor mich hin zu dämmern.
Genau das habe ich dann auch getan und bekam zur Antwort, dass ich keine Wunder erwarten darf, und die Oberärztin, die alle so nett fanden, die fand ich doof. Aber immerhin sollte ich noch ein Arztgespräch bekommen. Total gefrustet verließ ich den Raum und war noch mehr entschlossen, die Kur einfach abzubrechen.
Tja, und dann kam das Arztgespräch.
Warum ich denn nicht schon früher was gesagt hätte? Hatte ich, dachte ich zumindest.
Er hätte durchaus gemerkt, dass es mir schlecht geht, und ich hätte ein Gespräch bekommen, wenn ich darum gebeten hätte.
Mein übliches Problem, ich will nicht nerven, ich will niemandem zur Last fallen, ich will nicht als Jammerlappen dastehen, aber ich will diese Kur, und deshalb habe ich letztendlich doch was gesagt.
Und das war gut so, denn ich bin getestet worden. Ich soll lernen, meine Bedürfnisse zu formulieren, Laut zu geben, wenn es mir schlecht geht, weil ich nicht erwarten kann, dass meine Umgebung empathisch genug ist, um meine leisen Signale zu verstehen. Ich soll nicht warten bis gar nichts mehr geht sondern rechtzeitig die Reißleine ziehen.
Und hier in dieser geschützten Umgebung kann ich das lernen, denn die Schwestern und Ärzte sind genau dafür da, und wenn etwas gar nicht geht, dann sagen sie es mir schon.
Therapeuten sind echt Arschlöcher.
Wir haben jetzt erstmal die Tablettendosis halbiert und gucken, ob sich Nutzen und Schaden gegenseitig aufheben. Wenn ich einigermaßen schlafen kann und den Tag über nicht völlig rammdösig bin, dann ist mir schon geholfen.

Ich kann nicht damit umgehen, wenn jemand nett zu mir ist, und ich komme mir sofort vor wie ein Simulant, wenn es mir schlecht geht und sich jemand deswegen kümmert.
Beim Sport konnte ich nicht so richtig mitmachen, mir war schwindelig, ich fühlte mich benommen und völlig unfit. Das sind die Nebenwirkungen der Tabletten, ich hätte deswegen gar nichts gesagt. Aber die Mädelz waren besorgt, weswegen ich dann in Tränen ausgebrochen bin, das war zu viel Sorge. Prompt haben sie mich ins Schwesternzimmer geschleppt und einen Arzt gerufen. Auf die Idee wäre ich gar nicht gekommen, nur deswegen einen Arzt zu belästigen.
Das sind halt die Tabletten, da muss ich jetzt durch. Zu Hause hätte ich gelächelt und so getan als ob nichts wäre. Und deswegen gehe ich jetzt auch zur nächsten Anwendung und ignoriere den Schwindel. Der geht auch wieder.

Was soll ich davon nur halten?
Einerseits empfinde ich es durchaus als Sachbeschädigung, wenn ein Haus zugeklebt wird, auch wenn es noch deutlich harmloser ist als sprühen. Das bekommt man nicht so problemlos wieder ab. Andererseits findet täglich irgendwo Sachbeschädigung statt, und da kommt die Polizei nicht. Wenn mir jemand aus Spass an der Freude das Rad verbeult, dann werde ich sogar noch doof angeguckt, wenn ich Anzeige erstatten will. Es wird also mit zweierlei Maß gemessen, und das empfinde ich als verkehrt.

Ich hatte heute das erste Treffen der Selbsthilfegruppe, der ich zugeteilt wurde. Bin mit ziemlich gemischten Gefühlen hingegangen. Die anderen Teilnehmer waren mir alle fremd, und ich dachte auch, was soll ich da erzählen, das interessiert doch niemanden.
Und es fing auch mit Schweigen an, aber nach und nach entwickelte sich eine Unterhaltung, und plötzlich hatte ich etwas beizutragen und steckte mitten in einem wirklich guten Gespräch.
Wir haben uns über Ängste ausgetauscht, über Ängste, die viele nicht nachvollziehen können und mit denen man oft ganz alleine dasteht.  Ja, und plötzlich ist es nicht mehr lächerlich, wenn man keinen Führerschein hat, weil die anderen entweder auch das Problem haben oder ein anderes, das ähnlich irrational ist und es deswegen verstehen.
Ich habe zum ersten Mal den Sinn einer Selbsthilfegruppe begriffen. Man fühlt sich nicht mehr so alleine.
Tja, und einen guten Tipp konnte ich sogar auch geben, nämlich das, was ich gerade mache, aufschreiben, was einem durch den Kopf geht. Das ist leichter, als es laut zu formulieren, und die Umgebung weiß trotzdem Bescheid.

Ich möchte mich wieder entspannen können, mal nicht auf 180 sein und völlig verkrampft darauf warten, dass ich wieder gebraucht werde. Die Welt wird nicht davon untergehen, wenn ich mal 5 Minuten nicht an sie denke.

Ich möchte nicht mehr ständig ein schlechtes Gewissen haben, wenn ich mir Zeit für mich abknapse, es bringt nichts, wenn ich mir diese Zeit nehme, sie dann aber nicht genieße.

Ich möchte meinen Freundeskreis reaktivieren oder einen neuen aufbauen, und zwar nicht nur im Internet. Mich regelmäßig mit ner Freundin zu treffen fehlt mir.

Ich möchte den Tod meines Vaters verarbeiten und die ganzen ambivalenten Gefühle, die in mir toben, klären.

Ich muss die Krankheit meiner Mutter akzeptieren und mich von dem Gedanken befreien, dass ich die nächste bin.

Man muss nur meckern. Mein Arzt rief mich am Vormittag an, da er ja gestern nicht da war. Wir hatten ein Gespräch, und ich habe andere Tabletten bekommen, da die vom Vertretungsarzt gar nichts gebracht haben. Außerdem komme ich nächste Woche ins Schlaflabor.
Und nach der Entspannungsrunde nahm mich die Bewegungstherapeutin beiseite und bot mir an, mir schnell eine Einweisung in die Geräte im Kraftraum zu geben. Ich hatte sie darauf angesprochen, dass ich gerne meinen Rücken stärken möchte, um gegen die ständigen Schmerzen anzugehen, und das hat sie gleich umgesetzt. Super.
Außerdem war ich beim Ausdauertraining, das war schon mächtig anstrengend, aber ich habe gut durchgehalten. Nur mit der Koordination mit dem Balance Board hatte ich so meine Probleme. Aber das übt sich mit der Zeit.
Insgesamt werde ich deutlich fitter, jetzt muss nur noch das mit dem Schlafen klappen. Seufz.

Ich habe vorhin das Laufband für mich entdeckt. Ob das wohl auffällt, wenn ich das mitnehme?
Bin glatt 40 Minuten gelatscht bei 5 kmh und 5% Steigung? Ist das sehr lahmarschig? Mir fehlen Vergleichswerte. Ich hätte auch noch länger gekonnt, aber ich wollte noch an die Geräte, um meinen Rücken zu stärken. Außerdem soll man nicht zu lange blockieren, damit jeder mal kann.
Es will nur niemand.
Die Klinik hat drei Ergometer, einen Stepper und drei Laufbänder für über 200 Patienten, die meistens den ganzen Vormittag beschäftigt sind. Trotzdem ist eigentlich immer was frei. Wenn man mal jemanden sieht, dann merkt man, dass die Person auch so recht sportlich ist.
Draußen sieht man ab und an jemanden beim Walken, oder wie ich es nenne, spazieren gehen mit Stöckern hinter sich her schleifen. Und abends in der Schwimmhalle muss man Slalom schwimmen.
Mir ist das egal, so kann ich jederzeit was machen und vielleicht noch ein paar meiner überflüssigen Pfunde verlieren.
Zum ersten Mal seit sehr langer Zeit macht mir Sport wieder Spaß, und ich merke wie ich von Tag zu Tag fitter werde.

Kennt ihr diesen Werbespot in dem eine debil grinsende Hausfrau über saubere Wäsche schwadroniert? “Ich glaube ich habe noch nie so viel über Wäsche gesprochen.”
Ja Mädel, überleg mal woran das liegt?
Es interessiert niemanden!
Diese pseudorealen Werbespots gehen mir furchtbar auf die Nerven. Ich mag keine versifften Mülleimer sehen, die nur mit Sagrotan zu reinigen gehen. Komisch, ich schaffe das auch ohne das Zeug. Und wenn Geschirr und Wäsche in Zukunft noch sauberer werden, dann müssten sie eigentlich unsichtbar sein, oder man braucht vor lauter Glanz ne Sonnenbrille. Und dann diese Nutella fressenden Fußballer. Geht lieber zum Training, dann klappts vielleicht mal mit nem Titel.
Schwachsinn!
Da mag ich eher gut gemachte Kurzgeschichten mit Humor. Ok, ich trinke nicht mehr Kaffee, nur weil dem Clooney Schorsch ein Klavier auf die Rübe fällt, aber es ist zumindest nett anzusehen.

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